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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Biestow

PAUL FRIEDRICH JOHANNES NIEMANN (*1843 +1920)

Pastor in Biestow von 1917 - 1948.

Paul Niemann wurde am 12. Oktober 1843 in Parchim als Sohn des Pastors Friedrich Niemann zu Hohen-Viecheln geboren.

Nach 6 jährigem Schulamt als Corektor in Rehna und Rektor in Ribnitz war Niemann  von 1876 bis 1886 Pastor in Kuhlrade, Kloster Wulfshagen und Rostocker Wulfshagen. Am 05. September 1886 wurde er in Biestow als Pastor gewählt und trat am 04. November 1886 sein Amt in unserer Kirche an.

Am 16. Juli 1895 gründete sich unter anderem auf Niemanns Anregung hin der sogenannte "Biestower Lehrverein", der es sich zur Aufgabe gestellt hat, "die Gemeindeglieder mit guter, gesunder Lectüre zu versorgen." Die vom Verein angeschaffte und allmählich durch Zukauf erweiterte Bibliothek war auf die 10 Schulorte verteilt. Hierbei handelt es sich um die Domanialschulen in Biestow, Kritzmow, Papendorf, Schutow und Klein Schwass sowie die Hospitalschulen in Barnstorf, Niendorf, Groß Schwass, Klein Stove und die Ritterschaftliche Schule in Sildemow.

In Niemanns Zeit fällt unteranderem in den Jahren 1904 und 1905 in Biestow rechts vom Wege nach Rostock, in Kritzmow an der Satower Chaussee und am Wege nach Klein Stove, sowie auch in Bramow der Bau mehrerer Häuslereien und Büdnereien. Damals war man nicht unbedingt glücklich über diesen Zuzug, "da die meist aus Rostock hierher verzogenen Einwohner unkirchlichen Sinn mitbringen."

Am 20. Juli 1905 wird Niemann Nachfolger des Präpositus Ihlefeld aus Schwaan, der das Amt eines Präpositus im Schwaaner Zirkel seit 1896 inne gehabt hatte. 1911 beginnt der Abbruch des hölzernen Kirchturms und der Neubau des steinernden Turms, den man auch heute noch bewundern kann. Die fehlenden finanziellen Mittel konnte Niemann durch eine großzügige Spende des Sildemower Gutsherrn aufbringen.

Es folgen die schweren Jahre 1914 - 1918: Der I. Weltkrieg. Pastor Niemann musste den Ausbau der Orgelpfeifen und zweier Glocken mitansehen. Trotz allem Patriotismus der damals herrschte, schmerzte der Verlust enorm.

Aus der Kirchgemeinde Biestow wurden 362 Männer zum Militärdienst eingezogen. Von ihnen fielen 48 auf dem Felde, 13 gingen in die Gefangenschaft und 18 wurden verwundet.

Michaelis 1917 - "Mit diesem Tage, dem 17. p. Trin., habe ich, der Präpositus Niemann, nach 31 jähriger Wirksamkeit meine hiesige Amtstätigkeit beschlossen, indem ich hieselbst meinen letzten Gottesdienst als Erntedankfest gehalten habe. Der treue Gott wolle mich weiter mit der Sakramente Gnadenkraft die Gemeindeglieder zum rechten Glauben bringen, in demselben erhalten und so ihrer Vielen einst einführen zu den Höhen des Himmelsgericht."

Am 13. Mai 1920 starb in einem Lübecker Krankenhause der Präpositus im Ruhestand Paul Niemann an den Folgen von Darmkrebs und Arterienverkalkung. Begraben wurde er am 19. Mai auf dem Kirchhof zu Rensefeld bei Schwartau.

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