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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Biestow

Neues aus Apeldoorn

Gemeindepartnerschaft Apeldoorn – Biestow
(unser Besuch vom 25.09.-27.09.2015)

Liebe Gemeinde,

warum nennen wir das Öffnen eines Buches eigentlich „aufschlagen“? Diese Frage stellte meinen Gastgebern und mir auch der Begleiter, der uns am Samstagvormittag 

durch die Kettenbibliothek der St. Walburga Kirche in Zutphen führte. Die Bibliothek enthält Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, überwiegend aus den Bereichen Theologie und Rechts-wissenschaften und war von den Gründern um 1550 mit dem konterreformatorischen Ziel gestiftet worden, dass „wenn die Leute nur gute Bücher lesen würden, sie von ihren Irrwegen zurückkehren würden“.  Aber warum heißt es Kettenbibliothek ? Weil es sich um eine der ersten öffentlichen Bibliotheken Europas handelte, die jedermann zugänglich war – aber weil die Bücher an ihrem Platz bleiben sollten, war jedes Buch an das Lesegestühl angekettet – und ist es heute noch. In Zutphen war zudem „Orgeltag“, ein Tag an dem sich jeder, der gerne Orgel spielt, sich nach Voranmeldung an die Bader-Timpe Orgel der Kirche (1637)   setzen und sich an dem imposanten Instrument erproben kann. Als der Turm der Kirche im Jahr 1948 abgebrannt und die Löscharbeiten gerade erst beendet waren, setzte sich der Kantor der Gemeinde an diese Orgel und spielte „Nun danket alle Gott“, ein Erlebnis, dass die Feuerwehrleute und alle Gemeindeglieder so bewegt hat, dass es in einer kleinen Erinnerungstafel festgehalten ist.   

Die beiden (!) anderen Mitreisenden hatten mit ihren Gastgebern ebenfalls einen interessanten und spannenden Vormittag, zum einen durch einen Besuch im Schloss Het Loo und zum anderen durch einen Ausflug in die niederländische Kleingartenwelt.

Am Nachmittag trafen wir uns mit unseren Freunden zu einer meditativen Wanderung. In zwei kleinen Gruppen mit gemischter Besetzung haben wir die Schönheit einer Wanderung durch die Heidelandschaft der Veluwe mit nachdenklichen Gesprächen über Bibeltexte und unsere Art, Glauben zu leben, verbunden. Ein gutes Modell wenn man, so wie wird diesmal, nur ein kurzes Wochenende für eine Besuch zur Verfügung hat.

Am Abend trafen wir dann auch viele der Freunde, die diesmal keine Gastgeber waren oder bei der Wanderung nicht dabei sein konnten, zum geselligen Abend bei Arie van der Plas  (Sie erinnern sich sicher noch an den Maler, der seine Bilder im Pfarrhaus ausgestellt hatte ?!)

Am Sonntag dann ein ungewöhnlicher Gottesdienst in Form einer „Open Kring Viering“ was man mit einem Gottesdienst in Form eines offenen Dialogs am besten übersetzen kann. Die Pastoren hielten keine Predigt, sondern lasen Texte aus dem Buch Tobias vor, dann regten sie zur Diskussion zum Thema „Tobit –leven uit vertouwen, Leben aus Vertrauen“ an. Fragen wurden gestellt, Antworten – wenn auch zögerlich - gegeben. So kam die Gemeinde mit den Pastoren zu dem Thema ins Gespräch. Ich denke, dass wir eine solche „Open Kring Viering“ auch einmal in unserer Gemeinde probieren könnten, wenn wir wieder einmal „Gottesdienst anders“ auf dem Programm stehen haben.

Stichwort „anders“ – wir wollen in Absprache mit den Apeldoornern den Rhythmus unserer Besuche und die Termine ändern. So soll unser nächster Besuch in Apeldoorn bereits zu Pfingsten 2016 (15.-16.05.2016)   stattfinden, ich hoffe doch sehr, dann mit einer deutlich größeren Gruppe als beim letzten Mal. Der Gegenbesuch soll zum Erntedankfest 2016 (30.09.-02.10./03.10. 2016)   stattfinden. Halten Sie sich bitte schon frühzeitig diese Termine frei, damit eine rege Beteiligung möglich wird.

Nach dem Gottesdienst der unvermeidliche Koffie und dann nach zahlreichen Grüßen, Grußaufträgen und Gesprächen hieß es wieder einmal: Nehmt Abschied Freunde ungewiss…

A propos – ist Ihnen die Eingangsfrage immer noch ungewiss?   Wären Sie mit uns und unseren Freunden zu Himmelfahrt 2010  im Bibelmuseum in Barth gewesen, so wüssten Sie die Antwort, denn dort wurde uns  bereits erklärt, dass man die Bücher „aufschlagen“ musste, um die straffen Klammern, mit denen die Bücher damals aus Schutzgründen zusammengehalten wurden, zu lösen. Erst nach einem heftigen Schlag auf den Buchdeckel sprang die Klammer auf und das Lesen konnte beginnen.

Wie Sie sehen, lohnt es sich in jedem Fall bei der Partnerschaft mitzumachen !

Für die Arbeitsgruppe Gemeindepartnerschaft grüßt Sie

Ihr Bernd Spangenberg


Partnergemeinden

 

De Drie Ranken in Apeldoorn-de Maten, Niederlande

Apeldoorn - eine ehemalige Residenzstadt der niederländischen Königsfamilie mit 150.000 Einwohnern.Im noch jungen Stadtteil de Maten findet man die Kirchengemeinde "De Drie Ranken" (Die Drei Ranken).Die Geschichte unserer Kontakte beginnt im Herbst 1988 mit einem Brief aus Apeldoorn an Pastor Wolter. Der erste Besuch aus den Niederlanden in Biestow fand vom 05.-07. Mai 1989 statt, also noch zu DDR-Zeiten. Ganz Rostock war mit roten und DDR Fahnen geflaggt, da an diesem Wochenende die (letzten) Wahlen vor der Wende stattfanden.Zu diesem Zeitpunkt wagte es noch niemand zu ahnen, dass wir Biestower bereits im Mai 1990 unseren Gegenbesuch in Apeldoorn bei den De Drie Ranken antreten werden!

Seitdem finden regelmäßig diese zwei wechselseitigen Besuche im Jahr statt, wobei sich ein Schema entwickelt hat, dass die Gäste aus den Niederlanden zu Himmelfahrt zu uns kommen und unsere Gemeinde im Herbst den Gegenbesuch durchführt, ein Rhythmus, der immer wieder auch zu Diskussionen in den Gemeinden führt. Für die Beibehaltung spricht, dass so den Niederländern die regelmäßige Teilnahme an einem gemeindlichen Fest ermöglicht wird, das für unsere Partnergemeinde umso interessanter ist, weil es dies in der Niederländischen Kirche so nicht gibt - die Konfirmation. Zudem haben wir mit dem Himmelfahrtstag einen regelmäßigen gesetzlichen Feiertag in beiden Ländern, was eine etwas großzügigere Planung für die Begegnungen und eine ruhigere (LKW-freie) Anreise (605 km) ermöglicht. Bei den Besuchen machen wir Ausflüge in die nähere und manchmal auch etwas weitere Umgebung, treffen uns abends in kleineren Gruppen bei einzelnen Gastgebern oder alle zusammen im Pfarrhaus und lernen uns dabei besser kennen. Regelmäßig besprechen wir dabei auch Themen, die unsere Gemeinden bewegen (z.B.: Symbole; Was beten wir heute an ?; een huis voor de ziel - ein Haus für die Seele; Unterschiede in den beiderseitigen Gottesdienstabläufen und ihre historischen Gründe) wobei die unterschiedlichen Sichtweisen und die verschiedenen Denk- und Lösungsansätze von beiden Seiten als sehr bereichernd empfunden werden.

Im September 1999 fand anlässlich des 10jährigen Bestehens unserer Partnerschaft ein Festwochenende in Apeldoorn statt, im Sommer 2009 ein großes Gemeindefest in Biestow zum 20jährigen. Jeweils wurde eine zweisprachige Festschrift mit beiderseitigen Rückblicken herausgegeben

Zum 25jährigen Bestehen der Partnerschaft waren wir 2014 wieder zu einer großen Jubiläumsfeier in Apeldoorn. Diesmal haben Mitglieder aus beiden Gemeinden ein zweisprachiges Kochbuch herausgegeben.

Besonders freut es uns, dass es bisher immer möglich war, die Gäste aus Apeldoorn bei Mitgliedern unserer Gemeinde unterzubringen, genauso, wie wir umgekehrt immer bei Gastgebern aus der dortigen Gemeinde Privatquartiere bekommen. Das ermöglicht eine sehr schnelle Kontaktaufnahme und hilft, Hemmungen zu überwinden. Inzwischen haben sich daraus schon feste Freundschaften entwickelt.

Aber nicht nur Quartiergeber können bei der Partnerschaft mitmachen, jeder der uns helfen oder einfach nur mitmachen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

In Apeldoorn gibt es ein "Gemeindemotto", was unsere Verbindungen, als Gemeinde Biestow, als Gemeinde De Maten und als Gemeindepartner bestens beschreibt: "Wat ons samenbindt - Jezus, de Levende. Wij weten ons ten diepste geinspireerd door Jezus, de Levende. In hem zoeken en vinden wij - steeds opnieuw - fundament en perspectief voor ons en de wereld waarin wij leven. Wij willen antwoord geven op zijn roep om met elkaar als geloofsgemeenschap onderweg te zijn." Kommen Sie mit !


Sankt Johannis in Hamburg-Harvestehude

Seit 1947 bestehen partnerschaftliche Kontakte zwischen unseren beiden Gemeinden, die von ihren Ausgangsituationen doch so unterschiedlich sind.

Da ist St. Johannis - eine Gemeinde in der Millionenstadt Hamburg, also im alten "Westen". Und Biestow - eine Dorfgemeinde im ehemaligen "Osten". Bis 1989 waren die Kontakte nach Hamburg für unsere Kirchengemeinde ein Blickfenster in eine andere Welt, ebenso sicher für die Brüder und Schwestern aus Hamburg.

Dankbar sind wir immer noch für die Unterstützung, die wir für unsere Gemeinde und unsere Gemeindemitglieder während der DDR-Zeit erhalten haben.Bis 1989 waren die Besuche ziemlich einseitig, denn wir Biestower konnten ja nicht gen "Westen" reisen.


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